Tempelhofer Feld

355 Hektar. Eine der größten innerstädtischen Freiflächen der Welt. Es ist benannt durch den Templerorden. Erstmals urkundlich erwähnt 1351.
Seitdem war es unter anderem Exerzierplatz, Volkspark und Flugfläche, sowie Ort für NS Kundgebungen. Teile wurden genutzt als Vergnügungspark, Friedhof, als Pferderennbahn und Trainingsgelände für verschiedene Sportarten, als Kasernenstandort, Arrestanstalt und Konzentrationslager. Von 1923 bis 2008 wurde das Feld hauptsächlich als Flughafen genutzt und nach Schließung ab 2010 als Parkanlage der Allgemeinheit zugänglich gemacht.
Die Größe des Feldes ermöglicht einen weiten Blick, der jedoch Details verschwinden lässt. Die Arbeit hingegen zeigt diese Details und ermöglicht dadurch einen anderen Blick auf das Gelände. Sie sind Indizien der Vergangenheit und Gegenwart, die dazu anregen sollen, das Feld genauer zu entdecken. Sie zeigen, dass es nicht nur ein ehemaliger Flughafen ist, sondern auch ein Ort der, auch jenseits der Zeit des Nationalsozialismus, über einen langen Zeitraum auf unterschiedlichste Weise von Menschen vereinnahmt wurde und wird.

Die Arbeit war im Rahmen einer Gruppenausstellung „Temporairport“ in der Neuen Schule für Fotografie Berlin  vom 11.Februar bis 12.März 2017 ausgestellt.